mittwochskino

09.11.2011 um 20 Uhr in SN 19.1

Herr Lehmann

West Berlin 1989, der Mauerfall steht kurz bevor. Trotz dieser weltbewegenden Veränderungen trottet der fast 30 jährige Frank Lehmann (Christian Ulmen), von seinen Freunden spaßhaft „Herr Lehmann“ genannt, durchs Leben und hat sicherlich größere Probleme als den Zusammenbruch der DDR.

Herr Lehmann verdient sein Geld als Barkeeper im Kiez von Berlin-Kreuzberg und tut sonst nicht wirklich viel. Eigentlich ist er mit seinem Leben zufrieden, doch verschiedene Konflikte drohen seinen eintönigen Alltag auf den Kopf zu stellen. Er verliebt sich in die Köchin Katrin und hat einen tiefgehenden Konflikt mit einem Hund. Zu allem Überfluss kündigen sich seine Eltern, deren Erwartungen an ihren Sohn nicht mit seinem gemütlichen Lebensstil im Einklang stehen, zum Besuch an und letztlich treibt die Kunst im Speziellen und das Leben im Allgemeinen seinen besten Freund Karl in den Wahnsinn, so dass der Zusammenbruch des Nachbarstaates zur Nebensache gerät.

Der Film zeigt dabei Berlin-Kreuzberg als eine überschaubare und behagliche Parallelwelt, in der Hobby-Philosophen, Biertrinker, Drogenabhängige und Künstler versuchen den Stillstand in ihrem Leben zu verteidigen und sich gegen jegliche Art von Veränderung stemmen.

Fabian Künast

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