Theaterregisseur Caden Cotard beginnt die Arbeit an einem neuen Stück, nachdem seine Frau Adele ihn verlässt und mit der gemeinsamen Tochter nach Berlin geht. Geplagt von Krampfanfällen und Psychosen und chronisch überfordert vom Leben will er ein ehrliches, realistisches Meisterwerk schaffen. In einer riesigen Lagerhalle in New York lässt er Teile der Stadt originalgetreu nachbauen und engagiert ein Ensemble, das fortan in dieser künstlich geschaffenen Welt Personen aus seinem Umfeld verkörpern soll. Während die konstruierte Version immer weiter wächst, gerät Cadens wirkliches Leben aus den Fugen. Zu seiner Tochter hat er keinen Kontakt, auch seine zweite Ehe geht in die Brüche und die von ihm geschaffene Parallelwelt beginnt sein eigentliches Leben zu beeinflussen. Die Grenzen zwischen der Realität und deren Rekonstruktion verwischen mehr und mehr.
"Synecdoche, New York" ist das Regie-Debüt von Charlie Kaufman, der u.a. die Drehbücher zu "Eternal Sunshine of the Spotless Mind" und "Being John Malkovich" geschrieben hat. Mit seinen zahlreichen Erzählebenen fasziniert, verwirrt und berührt Kaufmans komplexes Werk zur gleichen Zeit. Der Film entwickelt eine einzigartige Dynamik und wirft Fragen auf, die nie eindeutig beantwortet werden. Am Ende liegt es allein am Zuschauer, das Gesehene zu ergründen - falls das überhaupt möglich ist.
Jennifer Ament